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Wer sind wir ohne die Hilfe von anderen? Wohin entwickeln wir uns im Alleingang?

Als Hundetrainerin tätig zu sein bedeutet, unterschiedlichen Menschen mit ihren Hunden zu begegnen und sie ein Stück auf ihrem Weg zu begleiten. Wir, bei Hundeharmony, dürfen dabei überwiegend über das Zusammenleben aufklären und Missverständnisse in der Kommunikation zwischen Mensch und Hund aufdecken.

Mit jedem Mensch-Hund-Team sammeln wir neue Erfahrungen und gleichen unsere Methoden und Arbeitsweisen ab. Dabei konnten wir einen großen Schwerpunkt feststellen: die Arbeit mit Familien und ihren Hunden. Hunde, die ihren Platz im sozialen Gefüge noch nicht ganz finden konnten und daraus Verantwortungen abgeleitet haben, die ihren Menschen an anderen Stellen auf die Füße gefallen sind.

Seit 2 Jahren finden aber auch immer wieder Hunde mit schwerwiegenderen Themen den Weg zu uns ins Training. Themen, für die wir nicht in allen Bereichen auf umfassende Erfahrungswerte zurückgreifen können.

2026 steht im Zeichen der Selbsterfahrung mit für mich schwierigen bzw. herausfordernden Verhaltensweisen. Hunde, in deren Gegenwart ich Sorge spüre und ich Situationen mit ihnen im Kopf durchspiele, ohne auf Erfahrungen zurückgreifen zu können, die den Gedanken in meinem Kopf einen Stopp entgegensetzen können.

Aus diesem Grund entstand die Idee, mit einem Kundenhund an der Erziehungswoche von Chris Deschl (Hundeschule Wolfsspuren) und Karsten Bürckner (Hundezentrum zur Pipinsburg) teilzunehmen.

Wohin dürfen wir schauen? Auf welche inneren Anteile können wir zurückgreifen und was ist noch nicht da?

Bereits im Vorfeld durfte ich mich in Bezug auf Möglichkeiten des Selbstschutzes und des Transports bereits von einer anderen Seite befassen, als ich es bislang tun musste: Wie transportiere ich einen Hund mit Drahtmaulkorb im Auto?
Welche Möglichkeiten gibt es, einen Maulkorb am Hund zu sichern und diesen auch mit einem Beißschutz auszustatten?

Ich bin zur Erziehungswoche gefahren um Klarheit für mich zu bekommen: Wie fühlt sich Wut an und zieht sie mir den Boden unter den Füßen weg? Ich wollte Situationen bis zum Ende durchstehen und sie nicht nur vor meinem geistigen Auge unendlich groß werden lassen. Ich wollte mich konfrontieren mit Themen, die mich bislang lähmen und davon abhalten neue Erfahrungen zu machen.

Danke insbesondere an dich Chris. Dass du dir im Vorfeld die Zeit genommen hast hinzuhören, welche Themen mich beschäftigen und einzuordnen welche Möglichkeiten der Selbsterfahrung hilfreich sein können. Das Vorhaben zu unterstützen und auch mitzutragen war nicht selbstverständlich und hat mich nachhaltig bereichert. Die Entscheidung zu treffen, mich auf diese Reise zu begeben, war vermutlich die mutigste, die ich seit Langem getroffen habe. In meinem Kopf gab es so viel mehr Szenarien die schief laufen hätten können. Niemals vorher hätte ich mich dazu entschieden, einen Schritt in die Richtung so vieler unbekannter Faktoren zu machen.

Aber ich bin zu keiner Zeit allein gewesen und das hat mich motiviert. Bekommen habe ich Klarheit. Klarheit darüber, dass mir innere Anteile fehlen, die ich unbedingt ergänzen möchte. Stolz, denn ich konnte auf viele Fähigkeiten zurückgreifen, mich im Sturm zu verwurzeln und Ruhe zu behalten. Zuversicht, dass ich nicht alles alleine schaffen muss und trotzdem ziemlich lustig sein kann. Freude weiterzumachen.

Von wem dürfen wir lernen? Wer nimmt uns an die Hand und teilt sein Wissen?

Die Erziehungswoche wurde von Chris und Karsten moderiert und von Kerstin in Übungen unterstützt. Mit wie viel Ruhe, Klarheit und Fokus kann eine Woche gehalten werden, in der 15 Hunde anwesend sind, von denen einige deutliche Themen mitbringen?

Danke, dass ihr 5 Tage lang einen Umgang mit Hund vorgelebt habt, der in einer Selbstverständlichkeit sagt „das machen wir so nicht“ und gleichzeitig so viel Raum für Verbindung aufmacht „komm stattdessen her zu mir, du bist ein cooler Typ“.

Eure Haltung ist geprägt von Geschichten und Bildern, an denen ihr andere teilhaben lasst und mit Witz und Empathie aufzeigt, wie Menschen im gemeinsamen Alltag dazu beitragen können, dass Hunde mit ihrem Verhalten in Schieflagen kommen. Die Zeit verging wie im Flug, weil ihr eine wundervolle Mischung aus Referieren von Themen/ Arbeiten in Kleingruppen/ und Arbeit in der Großgruppe gefunden habt. Es war anstrengend aber da wo Grenzen spürbar gewesen sind, ward ihr genauso da.

"Mach eine Pause, wenn du das nicht leisten kannst. - Dein Hund braucht eine Pause. - Du musst nicht alles alleine schaffen."

Ihr benennt, wie Hunde sich verhalten, ihr erkennt wie Menschen dazu beitragen und fühlt 5 Tage lang ohne müde zu werden Stimmungen, die ihr co-reguliert, unterbrecht oder stehenlasst. Ich bin dankbar für die Erfahrungen, die ich während dieser Zeit sammeln durfte, insbesondere auch auf die Erfahrung, innerhalb so kurzer Zeit mit einem Hund ein Stück mehr zusammenwachsen zu dürfen, den ich vorher nur vereinzelt gesehen habe. Es hat mich berührt, wie viel wir von- und miteinander lernen können, wenn wir uns dafür Zeit nehmen und wirklich Lust haben, dabei aufmerksam und achtsam miteinander umzugehen.

Hunde bringen Themen mit, Themen die sich für uns Menschen situativ bedrohlich anfühlen können. Themen, die vielleicht nicht immer etwas mit uns Menschen zu tun haben müssen, wir aber Diejenigen sind, die diese Themen begleiten und aushalten. Jeder Hund ist drum herum aber so viel mehr, als Themen, die ihn vordergründig auszumachen scheinen.

Ich bin dankbar für diese Reise, die mich ein Stück mehr zu mir selbst, zum Hund und in die Verbindung mit Menschen gebracht hat.

Die nächtsen Erziehungswochen finden bei Kati „Woidpfoten“ in 94262 Kollnburg statt. Bei Interesse schaue gerne bei ihr vorbei!

Sponsor

Gesponsert wurde mir diese Weiterbildung vom TeamR aus Rehau. Vielen Dank!

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